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23.03.2011 00:00 Alter: 6 Jahre

Ambitioniertes multimediales Zeitzeugen-Projekt - 4. Bundespreis im "DenkT@g"-Wettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung für Leistungskurs Geschichte am Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur

Kategorie: Aktuelles, Blick ins Gymnasium
BLICK 232

Rheinland-pfälzische Schülerinnen und Schüler des Mons-Tabor-Gymnasiums Montabaur konnten unlängst im Bundesvergleich glänzen. Sie erzielten den vierten Bundespreis im renommierten Jugendwettbewerb „DenkT(at)das-hier-loeschen.g“ der Konrad-Adenauer-Stiftung, der seit 2001 im zweijährigen Turnus Projekte auszeichnete, die mit der Aufarbeitung historischer Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus und Holocaust ihren Beitrag zur Entwicklung eines zeitgemäßen Geschichtsbewusstseins und zur Stärkung von Zivilcourage leisten.
Die Schülerinnen und Schüler des Geschichtsleistungskurses 12GL1 am Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur haben mit ihrem Lehrer Dr. Markus Müller eine mehrmonatige Oral-History-Studie als Erfolgsbeispiel für unterrichtsbegleitende Projektarbeiten der Öffentlichkeit präsentieren können. Sie befragten den 79-jährigen Zeitzeugen Dr. Dietrich Goerke als ehemaligen Adolf-Hitler-Schüler der Ordensburg Sonthofen, um zu untersuchen, wie es den nationalsozialistischen Machthabern gelingen konnte, die Jugend zu indoktrinieren und zu verführen. Im Verlauf entstand eine mit Dokumentarmaterial und Musik durchgängig eigenständig aufbereitete Verfilmung des Interviews sowie eine ausführliche Webpräsenz, die den Entstehungsprozess sowie die Aussagen des Zeitzeugen kritisch analysiert. Nachvollziehbar wird beispielhaft die Rolle traditioneller Erziehungswerte, das ausgeklüngelte System aus Zuckerbrot und Peitsche, aber auch ein persönlicher Reifungsprozess mit Zweifeln am System der Diktatur, der auch Schüler an einer NS-Eliteschule durchaus erfassen konnte. In einem Live-Interview der „Landesschau Rheinland-Pfalz“ des SWR-Fernsehens hoben die Schüler Lucas Weber und Manuel Metternich rückblickend den hohen Grad selbstständigen Lernens und Arbeitens in enger sozialer Interaktion als persönlichen Gewinn hervor, mit dem sie individuelle Einblicke in die NS-Erziehung sowie in mediale Vermittlungen von Geschichte gewinnen konnten. Der Titel „Ich wollte immer nur marschieren“ geht auf ein authentisches Zitat des Zeitzeugen zurück, das die Pervertierung überkommener Werte im Nationalsozialismus deutlich macht.
Die Jury des „DenkT(at)das-hier-loeschen.g“-Wettbewerbs, der u. a. der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Politik- und Medienexperten angehörten, stufte das multimediale Projekt aus dem Westerwald als einen „vom technischen und Designaspekt hervorragend gestaltete[n] Beitrag“ ein und lobte die „ausgeprägte fachliche Anleitung“ durch den Kurslehrer Dr. Markus Müller, der bereits 2009 mit dem „Deutschen Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ ausgezeichnet worden war. „Nicht alle Schülergruppen oder ähnliche Projekte verfügen über einen solchen Hintergrund“, heißt es weiter in der Laudatio. Mit Stolz nahmen die Projektteilnehmer in Berlin am 28. Januar 2011 die Ehrung in Anwesenheit von Bundestagspräsident Prof. Dr. Nobert Lammert entgegen. Als Preis für ihre – auch in den Ferien fortgeführte – fleißige und professionelle Arbeit darf sich die gesamte Gruppe über eine weitere Berlinreise mit einem attraktiven Bildungsprogramm der Konrad-Adenauer-Stiftung freuen.


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