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12.11.2012 00:00 Alter: 4 Jahre

Philologenverband zur bevorstehenden Veröffentlichung der Schulstatistik - Trotz Verbesserungen weiter zu hoher Unterrichtsausfall. Vertretungslehrkräfte sind keine Lösung

Kategorie: Aktuelles, Pressemitteilungen

„Wir können in diesem Schuljahr an den Gymnasien zwar eine spürbare Verbesserung in der Unterrichtsversorgung feststellen und haben nicht mehr die großen Probleme wie im vergangenen Chaos-Schuljahr, die grundlegenden Probleme sind jedoch nach wie vor nicht gelöst“, betont Malte Blümke, Landesvorsitzender des Gymnasiallehrerverbandes, zu der bevorstehenden Veröffentlichung der neuen Schulstatistik. „Nach unseren Berechnungen haben wir an den Gymnasien weiterhin einen viel zu hohen Unterrichtsausfall, zu große Klassen und zu viele Vertretungslehrkräfte“, so Blümke.

„Trotz der Verbesserungen fallen im laufenden Schuljahr weiterhin Woche für Woche an den Gymnasien in Rheinland-Pfalz rund 10.000 Unterrichtsstunden aus, das sind 2000 Unterrichtsstunden pro Schultag. Wir haben bei diesen Zahlen den strukturellen Unterrichtsausfall und den temporären Unterrichtsausfall, der nicht vertreten wird, zusammengefasst und sind bei den Berechnungen sehr vorsichtig vorgegangen“, erklärt Blümke.

„Die Verbesserungen in der Unterrichtsversorgung wurden fast ausschließlich durch rund 500 zeitlich befristete Vertretungsverträge erzielt. Diese Verträge sind weder für die Schüler noch für die Vertretungslehrkräfte akzeptabel, denn bei Auslaufen der Verträge erfolgt ein Lehrerwechsel. Zudem führen die Vertretungsverträge zu prekären Arbeitsverhältnissen, da sie in der Regel  mit geringerem Stundendeputat und damit reduzierter Bezahlung abgeschlossen werden und zeitlich befristet sind“, kritisiert der Philologenverband.

„Für eine volle Unterrichtsversorgung bräuchten die Gymnasien sofort 600 Einstellungen. Da die Versuche mit den sogenannten Poolstellen und die Projekte zur Behebung des temporären Unterrichtsausfalls gescheitert sind, lässt sich das Problem der strukturellen Unterrichtsversorgung und des temporären Unterrichtsausfalls dauerhaft nur durch den Aufbau einer ausreichenden Lehrerreserve und einer Unterrichtsversorgung von mehr als 100 Prozent befriedigend lösen“, erklärt der Vorsitzende des Philologenverbandes Malte Blümke.


Josef Zeimentz
Pressereferent


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