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25.01.2016 17:59 Alter: 2 Jahre

Philologenverband fordert bessere Unterrichtsversorgung als Investition in die Zukunft

Kategorie: Aktuelles, Pressemitteilungen

„Wenn am nächsten Montag das zweite Schulhalbjahr beginnt, wird der Unterrichtsausfall an den Schulen des Landes weiterhin viel zu hoch sein. Dabei haben unsere Schülerinnen und Schüler einen Anspruch auf Unterricht in vollem Umfang. Außerdem brauchen wir auch über die 100-prozentige Unterrichtsversorgung hinaus professionelle Lehrkräfte, die als hochqualifizierte Vertretungskräfte einspringen können, wenn zum Beispiel reguläre Lehrkräfte erkranken. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft – hier darf nicht gespart werden!“ Mit diesen Worten kritisierte Cornelia Schwartz, Landesvorsitzende des Philologenverbandes, die Politik der Landesregierung, wie sie in den Vorlagen für den Landtag zum strukturellen und temporären Unterrichtsausfall an den allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz offenbar wird.

Während in anderen Bundesländern eine 105-prozentige Unterrichtsversorgung bereits umgesetzt wurde, herrscht in Rheinland-Pfalz Mangelverwaltung. Von vornherein müssen Schulen gemäß Vorgabe des Ministeriums Unterricht ausfallen lassen. Zu diesem strukturellen Unterrichtsausfall von 1,4 % kommt immer auch weiterer Vertretungsbedarf hinzu. Dieser Vertretungsbedarf beträgt an vielen Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen zwischen 7 und 10 %, in extremen Fällen sogar über 13 % des gesamten Unterrichts. Häufig werden für die Vertretungen nicht voll ausgebildete Lehrkräfte herangezogen; Lerngruppen in der Oberstufe arbeiten „eigenverantwortlich“, mit anderen Worten: ganz ohne Lehrkraft! In beiden Fällen gilt der Vertretungsbedarf aber als „reguliert“ und taucht damit in der endgültigen Zahl für den temporären Unterrichtsausfall nicht mehr auf.

Deshalb fordert der Philologenverband:

1. Qualifizierte Lehrkräfte müssen eingestellt werden, denn sie werden dringend gebraucht.

2.Statt befristeter Vertretungsverträge brauchen wir mehr Planstellen. Junge Lehrkräfte müssen eine Perspektive erhalten, damit sie nicht in andere Bundesländer abwandern.

3.Die von uns allen gewünschte Willkommenskultur für Flüchtlingskinder muss einen qualifizierten Deutschunterricht umfassen. Dazu stehen Hunderte junger arbeitsloser Lehrkräfte bereit.


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