Philologenverband zur Neiddebatte um Pensionen: Rheinland-Pfalz hat Beamtenpensionen „verfrühstückt“

Mainz, 17.08.2025 – In der aktuellen Diskussion um Beamtenpensionen bezieht der Philologenverband Rheinland-Pfalz Stellung. Landesvorsitzende Cornelia Schwartz kritisiert die derzeitige Neiddebatte und fordert eine ehrliche Betrachtung der Fakten:

Ein verbeamteter Lehrer im aktiven Dienst ist für den Staat erst einmal deutlich günstiger als ein vergleichbarer Tarifbeschäftigter – allein schon wegen der geringeren Lohnnebenkosten. Anders als bei Tarifbeschäftigten gibt es bei Beamten keine Rücklage für die Rente und keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Mit Blick auf die Finanzierbarkeit der Pensionen erinnert der Verband an politische Entscheidungen der rheinland-pfälzischen Landesregierung: „Die Pensionen wurden in Rheinland-Pfalz von der Landesregierung verfrühstückt. Der Pensionsfonds, mit dem Rücklagen für künftige Ruhegehälter gebildet werden sollten, wurde am 15. Dezember 2017 kurzerhand und unter Protest der Betroffenen aufgelöst; die ca. 5,65 Milliarden Euro wurden in den Landeshaushalt eingespeist“, betont Schwartz.

„Das damalige Versprechen der Landesregierung lautete: Die Pensionen zahlt ja dann der Staat aus dem laufenden Haushalt. Wie sehr man sich auf solche Versprechen verlassen kann, zeigt die aktuelle Debatte“, so Schwartz weiter. „Wer jedoch angesichts steigender Schülerzahlen an weiterführenden Schulen, Lehrermangel im MINT-Bereich, aber auch anderen Fächern sowie Abwanderungstendenzen aus dem Lehrerberuf Kürzungen und Streichung von Verbeamtungen bei Lehrern fordert, verschärft das Problem und beteiligt sich am Abbau von Bildung.“