Mainz, 18.08.2025 – Das Schuljahres 2025/26 beginnt mit einem Paukenschlag, einem Dekret von Bildungsminister Sven Teuber, in Rheinland-Pfalz nur noch angekündigte Hausaufgabenüberprüfungen (sogenannte HÜs) zuzulassen: „Im Sinne einer motivierenden Prüfungs- und Leistungskultur und um eine Gleichstellung mit den Regelungen bei den schriftlichen Leistungsnachweisen zu erzielen, sollen ab diesem Schuljahr 2025/2026 auch schriftliche und mündliche Hausaufgabenüberprüfungen immer jeweils bereits bei der Erteilung der Hausaufgaben angekündigt werden.“
Bei dem Schritt des Ministers handelt es sich um ein massives politisches Hineinregieren in das pädagogische Alltagsgeschäft: Lehrkräften wird pauschal die Fähigkeit abgesprochen, selbst die für ihre Klassen und Kurse passende Form der Leistungsüberprüfung zu wählen. Bisher lag die Entscheidung bei den Lehrkräften; sie war Teil ihrer pädagogischen Freiheit und Verantwortung. Verantwortliches Handeln und pädagogisches Fingerspitzengefühl traut der Minister, der selbst einmal zwei Jahre lang als Lehrer tätig war, seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen offenbar nur sehr eingeschränkt zu.
Der Philologenverband hat heute früh nach der internen Verbreitung der Information Kontakt mit dem Ministerium aufgenommen und zeigt sich entsetzt über die dann doch um 9.56 Uhr veröffentlichte Pressemitteilung des Ministeriums. Offensichtlich ist dem Ministerium an einer demokratischen Gesprächskultur, in der man zunächst intern Vor- und Nachteile gemeinsam abwägt, nicht gelegen. Stattdessen hat sich der Minister zu einer unausgegorenen Hauruck-Aktion hinreißen lassen, ohne über die Folgen seines Handelns mit den durch Wahlen legitimierten Vertretungen der Lehrkräfte ins Gespräch zu kommen.
