Mainz, 24.11.2025. Wenige Wochen nach der Vertreterversammlung des rheinland-pfälzischen Philologenverbandes, bei der der Heidelberger Professor für Psychologie und Philosophie, Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, über „Verkörperung“ als Ausgangspunkt einer subjektorientierten Pädagogik referierte und damit das anthropologische Fundament für das Konzept einer „Schule jetzt!“® skizzierte, liefert der SWR, der bei der Veranstaltung zugegen war, ein anschauliches Beispiel für die Plausibilität dieser Idee.
Unter dem Titel „Gedächtnis – Warum können wir uns Handgeschriebenes besser merken?“ präsentiert der SWR auf seiner Homepage empirisch erhobene Untersuchungsergebnisse: „Wenn wir mit der Hand schreiben, passiert im Gehirn mehr, als wenn wir nur tippen. Denn über 30 Muskeln und 15 Gelenke arbeiten dabei zusammen – das ist echte Feinarbeit für unser Gehirn. Und genau diese Bewegung hilft uns beim Merken. Die Schreibbewegungen aktivieren das feinmotorische Areal und das visuelle Gedächtnis. Das Gehirn muss viel tun. Wir können uns deshalb gut an den Text erinnern.“
Landesvorsitzende Cornelia Schwartz zeigt sich über den im Internet abrufbaren Text des SWR sehr erfreut: „Es ist gut, dass der SWR, der wie Deutschlandfunk und RPR 1 Medienvertreter zu unserer Delegiertenversammlung am 4. November in Stromberg entsandt hat, das Prinzip der Verkörperung – denn um nichts anderes handelt es sich hier – in dem Bericht über aktuelle Studienergebnisse aufgreift. Dies vermag der gegenwärtigen Bildungsdiskussion, die an manchen Übertreibungen und Wunschträumen leidet, mehr Realismus, mehr hirnphysiologische Fundierung und ein Weniger an Ideologie verleihen. Der Artikel steht im Übrigen in einem klaren Zusammenhang mit einem Aufruf des weltweit renommierten Bildungsexperten John Hattie, der vor einer übertriebenen Individualisierung beim schulischen Lernen warnt, wie sie sich in einer Versteifung auf die Methode der Lernlandschaften ereignet.
Ebenfalls im Einklang mit dem Philologenkonzept einer „Schule jetzt!“®, die das Prinzip der Verkörperung berücksichtigt, befinden sich die Schlusssätze des SWR-Artikels, der sich auch mit dem Lesen beschäftigt:
„Aber wie ist das beim Lesen? In Deutschland ist das noch wenig erforscht. Doch es gibt Hinweise: Wer sich in einen längeren Text vertiefen will, kommt mit Papier besser klar. Das zeigt auch der Alltag: Besonders junge Leute greifen gerne zum ‚echten‘ Buch. Das überrascht. Schließlich ist das genau die Generation, die für lange Bildschirmzeiten bekannt ist. Für kurze Texte oder zum schnellen Überfliegen macht es keinen Unterschied. Da ist digital genauso gut wie gedruckt.‘“
Den SWR-Beitrag finden Sie hier: www.swr.de/swrkultur/wissen/warum-koennen-wir-uns-handgeschriebenes-besser-merken-104.html.
