SPD-Veranstaltung zur Zukunft der Schule am 26.11.2025: Philologenverband wertet Bildungsprobleme als Folge missglückter Reformen seit PISA 2000

Mainz, 27.11.2025. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz zieht nach der heutigen SPD-Digitalveranstaltung zur Bildungspolitik, in der stellenweise Cornelia Schwartz als Landesvorsitzende des Philologenverbandes mitdiskutieren durfte, ein kritisches Fazit: Seit Jahren wird in der Bildungspolitik über Reformen gestritten – mit oft fragwürdigen Ergebnissen. Besonders starke Eingriffe gab es bei der frühkindlichen Bildung und der Grundschule. Doch wenn dort das Fundament nicht stimmt, können weiterführende Schulen kaum erfolgreich arbeiten.

Ein Beispiel: 2005 wurde der Grundschullehrplan für Deutsch geändert. Statt der bewährten Fibel-Methode setzt man seitdem auf die Brügelmann-Methode. Dabei werden Rechtschreibfehler nicht sofort korrigiert, sondern erst später „verlernt“, so die beschönigende Terminologie. Diese Umstellung hat jedoch vielerorts zu katastrophalen Ergebnissen bei der Lese- und Rechtschreibkompetenz geführt, regelmäßig dokumentiert durch die IQB-Studien.

Beim sogenannten PISA-Schock im Jahr 2000 erkennt der Verband eine falsche Diagnose und in Folge dessen fatale Schlussfolgerungen. Damals verfügte Deutschland über ein recht solides Bildungssystem, bei dem es durchaus Verbesserungsmöglichkeiten gab. Die schlechten Testergebnisse haben aber zum Teil auch daran gelegen, dass viele Schülerinnen und Schüler die Tests nicht ernst nahmen und – anders als in anderen teilnehmenden Staaten – die Aufgabenformate nicht kannten. Erst die zahlreichen Reformen, die danach beschlossen wurden, haben den massiven Abbau der Bildungsqualität mit ausgelöst, ein Problem, das nicht nur Lehrer und Schüler, sondern die ganze Gesellschaft bis hin zu den Unternehmen und Universitäten heute deutlich spüren.

Die Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Cornelia Schwartz, erklärt dazu: „Nicht PISA war der eigentliche Skandal, sondern die politischen Fehlreaktionen darauf. Ausgehend von einem recht guten Niveau haben wir nach und nach Bildungsqualität verspielt – und zwar nicht trotz, sondern wegen der diversen Reformen.“