Mainz, 18.01.2026. Mit großer Sorge blickt der Philologenverband Rheinland-Pfalz auf die Entscheidung in Niedersachsen, die schriftliche Division aus dem Lehrplan der Grundschule zu streichen. „Die Abschaffung der schriftlichen Division in der Grundschule ist ein Rückschritt in der mathematischen Primarstufenbildung“, so die Vorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz. „Es ist der einzige etwas größere mathematische Algorithmus, den Kinder zu beherrschen lernen – ganz im Sinne der Bildung in der digitalen Welt.“
Neben dem Begreifen und Anwenden des Algorithmus der schriftlichen Division gibt es eine Reihe weiterer Argumente für das Erlernen der schriftlichen Division: Gerade das schriftliche Verfahren verdeutlicht, wie unser Dezimalsystem funktioniert, und ist die Basis für ein tieferes Verstehen des Zusammenhangs zwischen Brüchen und periodischen Dezimalzahlen. Notwendig ist das schriftliche Dividieren auch als Grundlage der Polynomdivision, die einen guten Zugang zum Ableiten (Differenzieren) in der Oberstufe ermöglicht.
Der Trend zum Bildungsabbau ist allerdings längst auch in Rheinland-Pfalz angekommen – im aktuellen Teilrahmenplan Mathematik der Grundschule ist im Unterschied zur Addition, Subtraktion und Multiplikation nur noch die Rede davon, dass Schüler das Verfahren der schriftlichen Division „kennen“, nicht aber, dass sie es „beherrschen“ (S. 28, https://bildung.rlp.de/fileadmin/user_upload/grundschule.bildung.rlp.de/Rechtsgrundlagen/Rahmenplaene/Rahmenplan_Grundschule_TRP_Mathe_01_08_2015.pdf).
Der Philologenverband Rheinland-Pfalz warnt eindringlich davor, den Bildungsabbau der letzten Jahre und Jahrzehnte fortzusetzen, und plädiert mit Blick auf die Zukunft von Kindern und Jugendlichen für die Vermittlung von Grundfertigkeiten, ohne die ein tieferes Verständnis in späteren Jahrgangsstufen nicht möglich ist. Ein weiteres Abwälzen von Inhalten der Grundschule auf die weiterführenden Schulen wäre fatal; man muss im Gegenteil in der frühkindlichen Bildung ansetzen, um die Voraussetzungen für Kita, Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule, Berufsausbildung und Studium zu schaffen. Stimmt das Fundament nicht, stürzt das Haus der Bildung ein.
