Philologenverband dankt LSV für Kritik an gescheiterter Inklusion in Rheinland-Pfalz

Mainz, 10.02.2026 – Die Vorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz, dankt der LSV für die deutlichen Worte zu dem von der Landesregierung trotz heftiger Proteste von Lehrerverbänden 2024 umgesetzten Inklusionsvorhaben: „Seit 2023 hat sich der Philologenverband in Stellungnahmen und Gesprächen mit Bildungsministerium und Parteien sowie in einer Reihe von Pressemitteilungen vehement  gegen die nun von der LSV völlig zu Recht kritisierte Inklusions- und Förderschulordnung gewandt. Die LSV deckt in ihrer Pressemitteilung vom 10.02.2026 mit Sachverstand und Mut wunde Punkte auf, und das mit dem Nachdruck der Betroffenenperspektive.“

Die Fakten:

  • Betroffene erhalten nun viel zu spät Förderung, da in Klasse 1 und 5 keine Fördergutachten mehr erstellt werden dürfen. Damit sind Lernrückstände, Frustration, Schulangst und soziale Ausgrenzung vorprogrammiert; die psychische Gesundheit der Kinder leidet.
  • Die 10. Klasse an Förderschulen wird sukzessive abgeschafft. Damit ist künftig nur noch die „besondere Form der Berufsreife“ als spezieller Förderschulabschluss möglich, nicht aber der reguläre Hauptschulabschluss. In Zukunft wird man also dazu gezwungen, nach der 9. Klasse der Förderschule noch für ein Schuljahr die Schule zu wechseln, um dort die reguläre Berufsreife zu erlangen. Jugendliche werden aus dem geschützten Umfeld herausgerissen – eine unpädagogische Maßnahme, die die Hürde zum erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben noch höher setzt.

„Seit Februar 2024 haben rheinland-pfälzische Tageszeitungen und Fernsehsender die Proteste aus der Praxis dankenswerterweise aufgegriffen.[1] Die Kritik am Inklusionskonzept des Bildungsministeriums reißt nicht ab, da nun das Scheitern der Inklusion durch die gemachten Vorgaben offenbar wird: So wird Inklusion verhindert, nicht gefördert! Die Verantwortlichen im Bildungsministerium haben damals trotz unserer Warnungen nicht begriffen, was die LSV in ihrer Pressemitteilung auf den Punkt bringt: Wer alle gleich behandelt, wird kaum jemandem wirklich gerecht“, so Schwartz abschließend.

 

[1] Zwei Beispiele: https://www.youtube.com/watch?v=wK6kvaySLas und https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/swr-traenen-und-frust-in-der-grundschule-kritik-an-der-landesregierung-100.html, zuletzt abgerufen am 10.02.2026.