Seit 10. Dezember 2025 dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien nicht mehr bei den sozialen Medien (Instagram, Tiktok, Snapchat, YouTube und Co.) aktiv sein. Ziel des Gesetzes: Kinder und Jugendliche vor übermäßiger Zeit am Bildschirm, Cyber-Mobbing und nicht geeigneten Inhalten zu schützen. SWR 1-Redakteur Christian Balser sprach dazu mit der Landesvorsitzenden des Philologenverbandes, Cornelia Schwartz. Balser fragte, ob das Verbot nicht einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Rechte von Kindern und Jugendlichen darstelle. Nein, meinte Schwartz, es habe durchaus seinen Grund, warum ältere Schülerinnen und Schüler aufgrund eigener Erfahrungen nicht selten der Auffassung seien, man solle entsprechend Altersbeschränkungen einführen. Sie empfinden die Probleme im Zusammenhang mit „sozialen Medien“ teilweise als gravierend: Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Essstörungen und Suchtprobleme, nicht zu vergessen die Gefahr durch Cyber-Grooming. Die Vorstellung, Eltern und Schule könnten allein durch Aufklärung, Kontrolle und Medienbildung gegensteuern, ruft bei Schülern eher ein müdes Lächeln hervor – es zeige, wie sehr Erwachsene hier im Tal der Ahnungslosen lebten. Psychiater wie Dr. Alexander Jatzko betonen immer wieder, dass die Algorithmen der Plattformen ja bewusst so konstruiert seien, dass sie eine fast unwiderstehliche Sogwirkung ausübten, indem sie das Belohnungssystem im Gehirn aktivierten.
