Mainz, 09.04.2026. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz fordert von einer zukünftigen Landesregierung eine klare bildungspolitische Kehrtwende hin zu echter Bildungs- und Leistungsgerechtigkeit. Landesvorsitzende Cornelia Schwartz betont: „Viele unserer Vorschläge sind leicht und kostengünstig umsetzbar, würden aber entscheidend zur Verbesserung des Bildungssystems beitragen.“
Sechs Maßnahmen, die kurzfristig und kosteneffizient umgesetzt werden könnten:
- Wiedereinführung der verpflichtenden Grundschulempfehlung,
- mehr Durchlässigkeit im Schulsystem durch Einführung der ersten Fremdsprache erst ab Klasse 5, der zweiten ab Klasse 7 (mit der Möglichkeit für Ausnahmeregelungen an G8 und altsprachlichen Gymnasien),
- klare Regeln für die Verwendung von Smartphones und Co. in der Schule,
- Rücknahme des Verbots unangekündigter Hausaufgabenüberprüfungen,
- Abschaffung des kostspieligen Bürokratiemonsters Schulbuchausleihe,
- Wiedereinführung des Sitzenbleibens auch an Integrierten Gesamtschulen in den Klassen 5 bis 9 und integrativ arbeitenden Realschulen plus, so dass Kinder nicht weiterhin trotz großer Lücken einfach in den Jahrgangsstufen hochrücken, um dann festzustellen, dass sie ihre Lücken gar nicht mehr schließen können.
Darüber hinaus fordert der Verband:
- eine Rückkehr zum 24-monatigen Gymnasialreferendariat,
- eine Rückkehr zum echten neunjährigen Gymnasium statt G 8 ¾,
- kleinere Klassen und Kurse,
- gezielte Sprachförderung für Kinder schon vor der Einschulung mit verpflichtendem und regelmäßigem Kitabesuch,
- systematisch aufeinander aufbauende Sprachkurse für zugewanderte Schülerinnen und Schüler,
A 14 als Einstiegsamt für Gymnasiallehrkräfte sowie verbesserte Beförderungsmöglichkeiten: Eine einseitige Anhebung im Grundschulbereich würde für Realschul- und Gymnasiallehrkräfte aufgrund des späteren Berufseinstiegs einen Nachteil beim Lebenseinkommen in fünfstelliger Höhe bedeuten. Es müssen daher alle Bereiche gleichzeitig angehoben werden: A 13 Z für Realschullehrkräfte, A 14 als Einstiegsamt für Gymnasiallehrkräfte sowie weitere Beförderungsmöglichkeiten in ausreichender Zahl und ein Anheben der Besoldung für Schulleitungen in allen Lehrämtern.
