Mainz, 30.04.2026. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz begrüßt es, dass die CDU den Wählerauftrag akzeptiert und mit der Übernahme des Ministeriums für Bildung Verantwortung für die Verwirklichung der Versprechen, die im Wahlkampf gerade in diesem Bereich gemacht wurden, übernimmt: Viele Kolleginnen und Kollegen, so die Rückmeldung an den Philologenverband, haben zum ersten Mal CDU gewählt, weil sie mit der bisherigen SPD-Bildungspolitik sehr unzufrieden waren.
„Der Koalitionsvertrag lässt der CDU hier auch genügend Gestaltungsfreiheit“, urteilt Cornelia Schwartz, Landesvorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz.
Positiv zu bewerten ist in Sachen Bildung vor allem Folgendes:
- Der Koalitionsvertrag legt großen Wert auf die Förderung der deutschen Sprache im Kita- und Grundschulalter. Diese frühkindliche Sprachförderung nimmt später den Stress aus der gesamten Schullaufbahn von Kindern, weil so wichtige Grundlagen gelegt werden können.
- Das verstärkte Üben und die Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen an der Grundschule sollen wieder in den Vordergrund gerückt werden.
- Genügend Raum dafür liefert die Verlagerung der ersten Fremdsprache von den Grundschulen an die weiterführenden Schulen, eine langjährige Forderung des Philologenverbandes.
- Darüber hinaus soll es konkrete Regelungen zum Gebrauch des privaten Smartphones an Schulen geben – eine Initiative für eine diesbezügliche Gesetzesregelung hatte die CDU bereits zu Oppositionszeiten gestartet.
- Das Bürokratiemonster Schulbuchausleihe soll abgeschafft werden.
- Leistung und Bildungsgerechtigkeit werden endlich wieder in den Mittelpunkt gestellt und nicht länger ein künstlicher Gegensatz zwischen Leistung und Wohlbefinden konstruiert: Dass sich Schüler an der Schule wohlfühlen, ist Grundbedingung für Leistung, aber Wohlfühlen alleine reicht nicht.
- Die Politik vollzieht einen Paradigmenwandel weg von der Fokussierung auf einzelne Leuchtturmschulen hin zur „Innovationskraft aus der Mitte unserer Schulen“. Wenn dieser Weg ernsthaft beschritten wird, könnte das Vertrauen in die rheinland-pfälzischen Schulen nachhaltig gestärkt werden.
- Der Koalitionsvertrag fordert eine „faire und angemessene Vergütung aller Lehrkräfte im Land“, angefangen mit A 13 für Grundschullehrkräfte und, so interpretieren wir die Absichtserklärung, entsprechend weiteren Höherstufungen für Grundschul-Schulleitungen, Realschul-, Gymnasiallehrkräften, -schulleitungen, Fachleitungen, Fachberatungen und Seminarleitungen, um unter anderem den längeren Studienzeiten und den anderen Tätigkeitsbereichen Rechnung zu tragen.
Weitere Anliegen wird der Philologenverband dann in den nächsten Wochen und Monaten noch einmal im Bildungsministerium vorbringen, darunter die Rückkehr zu einem echten G9 statt des G 8 ¾ und zu 24 Monaten Gymnasialreferendariat.
