Mainz, 11.06.2026. Die Frankfurter Rundschau, die laut eigenem Anspruch „eine unabhängige, politisch engagierte, links-liberale Tageszeitung ist und bleibt, verpflichtet dem Geist des Grundgesetzes und den Menschenrechten und ständig eintretend für das unbedingte Prinzip der Demokratie und für die soziale Gerechtigkeit“ (Wikipedia) macht sich zum Sprachrohr neoliberaler Ökonomen und profitorientierter Unternehmen wie dem Heilpädagogischen Zentrum Edukativa in Karlsruhe, deren Geschäftsmodell die Frühförderung von Kindern darstellt. In ihrer Online-Ausgabe vom 09.06.2027 (https://www.fr.de/panorama/komplett-streichen-geldverschwendung-professor-will-einen-schultyp-94342164.html) adelt die Frankfurter Rundschau den Unternehmer Dr. Ludwig Paul Häußner, der zusammen mit Renate Monika Häußner gemäß der Website des Unternehmens das Institut Edukativa rechtlich vertritt, zum Wirtschafts- und Erziehungswissenschaftler mit Professorentitel. Seiner Meinung nach müssten nicht nur die Förderschulen, sondern auch die Sonderpädagogik-Studiengänge abgeschafft werden; außerdem sollten Lehrkräfte ihre Rolle als „‚Edupreneurs‘“, also Bildungsunternehmer, definieren, „die Kinder gemeinsam mit anderen Pädagogen und Eltern nicht zu ‚normierten Arbeitskräften‘, sondern zu ‚mit Denkfähigkeit ausgestatteten Individuen‘ und ‚selbstbestimmten und zur sozialen Verantwortung fähigen Persönlichkeiten‘ erziehen“.
Mit scharfer Kritik reagiert die Vorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz, auf die ungefiltert veröffentlichten Aussagen des Ökonomen Häußner: „Häußner ergeht sich in stereotypen Anschuldigungen und registriert überhaupt nicht, was Schulen leisten: Natürlich ist es unser Ziel, dass unsere Schüler denken lernen. Das verkennt Häußner leider komplett, und die Frankfurter Rundschau gefällt sich darin, dass sie solch haltlosen Anschuldigungen Raum bietet. Darüber hinaus scheint die Frankfurter Rundschau einen Paradigmenwechsel vom einst kapitalismuskritischen Presseorgan hin zum Apologeten des rücksichtslosen Manchester-Liberalismus zu vollziehen. Es darf aber nicht sein, dass Förderschulen und mit ihnen die Ausbildung von Förderlehrkräften, um deren Qualifikation und Professionalität uns viele Länder beneiden, zugunsten von privatwirtschaftlich geführten Unternehmen abgeschafft werden. Um der Unterschiedlichkeit unserer Schüler gerecht zu werden, brauchen wir das gegliederte Schulsystem, und zwar auch mit Förderschulen. Förderschulen sorgen für einen humanen Umgang mit den Schwächsten der Gesellschaft und verschaffen ihnen Bildungschancen, die ihnen nach dem Konzept des von Häßler vertretenen Konzept des ‚Educational Entrepreneurship‘ sicherlich nicht zuteil würden.
Aufgrund der problematischen Auswirkungen der kürzlich in Rheinland-Pfalz in Kraft getretenen neuen Inklusionsschulordnung setzt sich der Philologenverband gemeinsam mit dem Verein ‚PRO Förderschule‘ für die Wahrung der Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ein. Darüber hinaus wird der Philologenverband die Zusammenarbeit und den Austausch mit Förderlehrkräften künftig verstärken.“
