Die Gesundheitsberichte des Instituts für Lehrergesundheit (IfL) der Universitätsmedizin Mainz identifizieren neben ständiger Erreichbarkeit, einem großen Verwaltungsaufwand, herausforderndem Schülerverhalten auch Lärm als zentralen Stressor. Zahlreiche Studien belegen einen starken Zusammenhang zwischen unbehandeltem Hörverlust und dem Risiko für Alzheimer sowie Demenz. Hörverlust gilt heute als einer der größten beeinflussbaren Demenz-Risikofaktoren.
Der PHV fordert deshalb, dass Sportlehrkräfte wegen der besonderen Lärmexposition in Sporthallen künftig vom Dienstherrn mit geeignetem Gehörschutz geschützt werden. Hintergrund sind die oftmals hohen und dauerhaft einwirkenden Geräuschpegel durch Pfeifen, Hall, Ballkontakte und das nicht zu vermeidende Lärmaufkommen im Sportunterricht. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass eine langfristige Belastung durch Lärm nicht nur das Gehör schädigen, sondern auch Stress, Schlafstörungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann, die wiederum Folgeerkrankungen nach sich ziehen.
Bereits bei Dauerbelastungen von mehr als 65 Dezibel werden gesundheitliche Risiken diskutiert. Ab etwa 85 Dezibel drohen zudem dauerhafte Schädigungen des Hörvermögens. Besonders problematisch ist, dass Sportlehrkräfte dieser Belastung über viele Unterrichtsstunden hinweg regelmäßig ausgesetzt sind. Als wirksame Schutzmaßnahme gelten maßgefertigte Gehörschutz-Otoplastiken, die schädliche Lautstärken reduzieren und gleichzeitig eine verständliche Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern ermöglichen. Die Kosten für diese Schutzmaßnahmen werden jedoch bislang von den Lehrkräften selbst und nicht vom Dienstherrn übernommen. Der Philologenverband hält dies für nicht akzeptabel, da es sich um eine arbeitsplatzbedingte Gesundheitsgefährdung handelt. Der Dienstherr steht deshalb in der Verantwortung, an dieser Stelle die Aufgabe des Arbeitsschutzes durch einen wirksamen und praxistauglichen Gehörschutz der betroffenen Lehrkräfte wahrzunehmen, so wie es bei der Arbeitsplatzbrille auch geschehen ist.
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/vorbeugen/gutes-hoeren/
