Mainz, 01.09.2026 – Der Philologenverband Rheinland-Pfalz unterstützt das von Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig (CDU) angekündigte Verbot der privaten Smartphone-Nutzung während der Unterrichtszeit bis einschließlich Klasse 10 ausdrücklich. Die scharfe Kritik der LSV an der Maßnahme weist der Verband zurück.
„Natürlich ist es verständlich, dass man medienpädagogische Konzepte fordert – aber die sind kein Allheilmittel“, erklärt Cornelia Schwartz, Landesvorsitzende des Philologenverbandes. „Niemand würde ernsthaft vorschlagen, in der Schule lediglich über Alkohol oder Nikotin aufzuklären – Alkohol und Nikotin sind in der Schule verboten, und gleichzeitig leisten wir zusätzlich Präventionsarbeit. Warum sollten wir das bei Smartphones, deren Suchtpotenzial und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit wissenschaftlich belegt sind, anders halten?“
„Ein Verbot wenigstens während der Schulzeit ist keine Beschneidung demokratischer Rechte, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme für die Gesundheit und den Lernerfolg unserer Schülerinnen und Schüler“, so Schwartz weiter. „Psychiater wie Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs von der Universität Heidelberg, Prof. Dr. med. Fred Zepp von der Universitätsmedizin Mainz sowie Dr. Alexander Jatzko, ehemals Chefarzt am Westpfalzklinikum in Kaiserslautern, sprechen sich für eine deutliche Reduzierung des Smartphone-Konsums aus. Dr. Jatzko verweist in seinen Vorträgen regelmäßig darauf, dass, wer in der Pause etwa ‚Ballerspiele zockt‘, das eben noch im Unterricht Gelernte sofort wieder überschreibt, bevor es im Gehirn weiterverarbeitet werden kann. Daher müssen Unterricht und Pausen smartphonefrei sein.“
Als besonders positiv bewertet der Philologenverband in diesem Zusammenhang das ARD-Projekt an der IGS Thaleischweiler-Fröschen: Rund 100 Jugendliche der Schule verzichteten im Rahmen der ARD-Dokumentation „Schule ohne Smartphone – Das Experiment mit Tobi Krell“ drei Wochen lang vollständig (auch nachmittags, abends und nachts) auf ihre Handys.[1]
Der Philologenverband plädiert für einen konsequenten zweigleisigen Ansatz:
- Klares Nutzungsverbot im Schulalltag: Private Smartphones müssen während der gesamten Schulzeit – einschließlich Pausen und Ganztagsangeboten – ausgeschaltet und nicht sichtbar verwahrt werden.
- Altersgerechte Medienbildung: Parallel dazu muss eine systematische Aufklärung über einen vernünftigen Umgang mit digitalen Medien in allen Jahrgangsstufen und auf Elternabenden ab der Kita stattfinden.
Der Philologenverband fordert die Landesregierung auf, das angekündigte Smartphone-Verbot ab Februar 2027 konsequent umzusetzen und Schulen bei der Einrichtung notwendiger, sinnvoller und rechtssicherer Infrastruktur (Handygaragen, Schränke etc.) zu unterstützen.
[1] https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/schule-ohne-smartphone-das-experiment-mit-tobi-krell-2026-102.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2026.
