Professorinnen und Professoren der „Future Foundation“ machen deutlich: Wir müssen handeln!

Mainz, 08.09.2026 – Eine interdisziplinäre Allianz deutscher und österreichischer Professorinnen und Professoren hat mit ihrem Memorandum „Bildung 2050 – Eine Vision für das KI-Zeitalter“ einen Aufruf zum Handeln an Gesetzgeber und Akteure im Bildungswesen gestartet. Ein erstes Online-Hearing fand am 07.09.2026 statt. Dabei steht die Ertüchtigung des Menschen zu kritischem Denken im Zentrum der Handlungsempfehlungen der Wissenschaftler: die Rekultivierung von Lebenswissen, die Abkehr von bloßem Konsum digitaler Medien und stattdessen die Hinwendung zu einem kreativen Umgang mit ihnen. Darüber hinaus entwickeln die Wissenschaftler Überlegungen zu weiteren notwendigen Reformen, die das „Denken reaktivieren“, und zu Reformen, die dem Menschen die digitale Souveränität angesichts der Umwälzungen im Bereich der Informationstechnologien und der Künstlichen Intelligenz zurückgeben.

Die fortschreitende Digitalisierung und der damit einhergehende Verlust von Autonomie und Orientierung, der immer häufiger von Lehrkräften festgestellt wird, machen entschlossenes Handeln gerade im Bildungsbereich notwendig. Angesichts der sich zuspitzenden Lage unterstützt der Philologenverband Rheinland-Pfalz die Ziele der „Future Foundation“ mit Nachdruck. Angehängt finden Sie die 13 Punkte des Memorandums.

Cornelia Schwartz                                                                                                                   Jochen Ring

Landesvorsitzende                                                                                                                  Pressereferent

Für weitere Informationen erreichen Sie PhV-Landesvorsitzende Cornelia Schwartz unter 01577 – 243 8272.

Bildung 2050 - Eine Vision für das KI-Zeitalter

entwickelt und unterstützt von:

Prof. Dr. Oskar Aszmann, Prof. Dr. Paula Bleckmann, Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Prof. Dr. Dr. h.c. Gerd Gigerenzer, Prof. Dr. Armin Grunwald, Prof. Oliver Günther Ph.D., Prof. Dr. Johannes Hoff, Yvonne Hofstetter, Prof. Dr. Marc Langheinrich, Prof. Dr. Sarah Spiekermann, Prof. Dr. Dr. h.c. Christiane Wendehorst

1. Neue Lerninhalte für kritisches Denken:

● Technik produzierend statt konsumierend erlernen

● Vermitteln, was den Menschen von Maschinen unterscheidet

● Lebenswissen rekultivieren

2. Reform der Inhalte-Vermittlung – Denken reaktivieren:

● „Taschenrechnerregel” – KI-Einsatz erst nach Festigung eigenen Könnens

● KI als administrative Unterstützung der Lehrenden statt Pädagogik-Ersatz

● Jahrgangsübergreifendes Lernen systematisieren

3. Bildungseinrichtungen digital souverän gestalten:

● Ruhe und analoge Begegnung in Bildungsräumen – „Raucherzonen” für Digitales

● Die Pharmaformel: Digitales nur da, wo die positive Wirkung nachgewiesen wurde

● Bildungssoftware braucht Gütesiegel und muss freies Nutzen, Verstehen, Teilen und Verbessern erlauben.

4. Regulierung für starke Familien und Bildungseinrichtungen:

● Bildungsfinanzierung nur für Bildungserfolg

● Dumbphones bis Ende des 15. Lebensjahres per Gesetz

● Aufklärung von Familien über Entwicklungsschäden durch Digitalprodukte

● Schulumfeld von elterlicher Überwachung und Überkommunikation freihalten