Philologenverband Rheinland-Pfalz zu PISA 2025: Fehlende Grundlagen, jahrzehntelange Irrwege bei Reformen und vielfach Konzentrationsschwierigkeiten durch exzessive Mediennutzung

Mainz, 10.09.2026. Erneut haben sich die PISA-Ergebnisse deutscher Schülerinnen und Schüler verschlechtert, ein Leistungsbefund, der sich mit den Beobachtungen von Lehrkräften an weiterführenden Schulen hierzulande deckt.

„Die Ursachen sind durchaus vielfältig“, so Cornelia Schwartz, Vorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz. „Teil des Problems, aber nicht der Lösung ist ein ‚Weiter so‘ auf dem vor Jahrzehnten eingeschlagenen Reformkurs, der damals eine bewusste Abkehr vom Leistungsprinzip eingeläutet hatte. Hier gibt es eine ganze Reihe an Beispielen, etwa die Streichung der schriftlichen Division in der Grundschule, die im weiteren Verlauf des Mathematikunterrichts an vielen Stellen als wichtige Grundlage fehlt (etwa bei der Umwandlung von Bruch- in Dezimalzahlen, also beim Aufbau unseres Zahlensystems, oder der Differenzialrechnung in der Oberstufe). Hier stimmen schon von unten die Voraussetzungen nicht mehr, so dass es immer schwieriger wird, verlässlich irgendwo aufzubauen.“

Darüber hinaus gibt es ebenfalls einen kontinuierlichen Rückgang bei den PISA-Ergebnissen im früheren Vorreiterland Finnland: Hier hatte man kurz vor der ersten PISA-Studie Reformen dahingehend durchgeführt, dass man stärker auf neue Unterrichtsformate gesetzt hat – Bildungsforscher haben diesen Unterrichtsformaten damals den Erfolg bei PISA zugeschrieben, obwohl sich die Formate noch gar nicht hatten auswirken können. Seitdem aber sind die Auswirkungen dieser Umstellung auch in Finnland spürbar: Die Leistungen haben dort ebenfalls deutlich nachgelassen. Dramatisch daran ist, dass sich Deutschland am Reformkurs Finnlands orientiert hat – in der Annahme, man würde sich dadurch verbessern. Tatsächlich aber hat es den Abwärtstrend beschleunigt.

„Auch die exzessive Nutzung digitaler Medien durch eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen schon in ganz frühen Jahren hat“, so Schwartz abschließend, „nicht – wie von manchen Eltern und Politikern erhofft – dazu beigetragen, Unmengen kleiner Informatikgenies hervorzubringen, eine Idee, die angesichts der vorherrschenden Verwendungszwecke digitaler Medien wie Zocken und Daddeln auch durchaus verwegen war.“