Mainz, 29.09.2026. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz nimmt die heute vom Statistischen Landesamt in Bad Ems veröffentlichten Zahlen im Bildungsbereich zum Anlass, auf einen langfristigen Trend hinzuweisen: Während Elementar- und Primarbereich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich besser ausgestattet wurden, blieb die finanzielle Ausstattung im Sekundar- und Tertiärbereich vergleichsweise zurückhaltend.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass weiterführende Schulen aufgrund ihrer Fachraumausstattung (etwa in Naturwissenschaften, Musik, Bildender Kunst und Informatik) zwangsläufig höhere Kosten pro Kopf verursachen als Grundschulen mit Standard-Klassenräumen. Ein reiner Vergleich der Ausgaben ohne Berücksichtigung dieser strukturell bedingten Unterschiede wird den Schularten nicht gerecht.
Das Statistische Landesamt hebt für die entsprechenden Jahre Folgendes hervor:
- Die Ausgaben für den Elementar- und Primarbereich lagen in Rheinland-Pfalz über dem Bundesdurchschnitt.
- Rheinland-Pfalz hat die bundesweit kleinsten Grundschulklassen, während in der Sekundarstufe I deutlich größere Lerngruppen als im Bundesdurchschnitt bestehen. Einzig Nordrhein-Westfalen bildet an den weiterführenden Schulen noch größere Klassen als Rheinland-Pfalz.
Ein Vergleich mit dem langjährigen Musterland Bayern zeigt, dass
- die jährlichen Ausgaben pro Kopf im Elementarbereich in Bayern sehr viel niedriger sind als in Rheinland-Pfalz,
- die jährlichen Ausgaben pro Kopf im Primarbereich in Bayern etwas über den Ausgaben des Bundesdurchschnitts und von Rheinland-Pfalz liegen,
- die jährlichen Ausgaben pro Kopf im Sekundar- und Tertiärbereich in Bayern weit über denen von Rheinland-Pfalz liegen.
Die Veröffentlichung der Zahlen durch das Statistische Landesamt nimmt der Philologenverband Rheinland-Pfalz zum Anlass eines Appells an die noch junge derzeitige Landesregierung, eine einseitige Prioritätensetzung zu korrigieren: Auch in der Sekundarstufe I sollte die Klassenmesszahl auf ein für alle erträgliches und lernförderliches Maß gesenkt werden.
