„Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, scheint mir die allererste an Erziehung.“ (Theodor W. Adorno)

Pressemitteilung

79 Jahre ist die „Reichspogromnacht“ nun her – für heutige Schülerinnen und Schüler eine lange Zeit. Aus diesem Anlass betont der Philologenverband Rheinland-Pfalz, dass zentraler Inhalt des schulischen Bildungsauftrags die Erinnerung an die von Deutschen in der Zeit des Nationalsozialismus verübten Verbrechen an jüdischen Menschen ist. Dabei spielt der Geschichtsunterricht selbstverständlich eine herausragende Rolle, aber auch Fächer wie Religion, Ethik und Philosophie und die Beschäftigung mit entsprechender Literatur in Deutsch und den Fremdsprechen bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte.

„Wichtig ist uns, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern ein Geschichtsbewusstsein weitergeben und auch vorleben – dazu leisten natürlich alle in der Schule angebotenen Fächer ihren Beitrag. Im Geschichtsunterricht erwerben Jugendliche ein solides Hintergrund- und Faktenwissen, ihnen wird Raum für Betroffenheit eröffnet, sie besuchen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Gedenkstätten. Es muss den Schülerinnen und Schülern ihrem jeweiligen Alter entsprechend deutlich werden, was damals passiert ist, nicht nur weit entfernt in Berlin und München, sondern auch in rheinland-pfälzischen Dörfern und Städten“, so Cornelia Schwartz, die Landesvorsitzende des Philologenverbandes, zum Gedenken an den 9. November 1938.

In Einklang mit Adornos Forderung muss es Ziel der in den Elternhäusern und in den Schulen stattfindenden Erziehung sein, unbedingt zu verhindern, dass sich Grausamkeiten wie die unter den Nationalsozialisten verübten jemals wiederholen. Deswegen beleuchten Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern den historischen Kontext der Weimarer Republik und die einzelnen Stufen der nationalsozialistischen Machtergreifung: Die Auseinandersetzung mit den damaligen Ursachen ist ein wichtiges Element, damit sich Geschichte nicht wiederholt.