Zur Landtagswahl am 14. März 2021 und den sich anschließenden Koalitionsverhandlungen: Forderungen des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz an die Parteien bezüglich der Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz

BLICK 340

Der Philologenverband ruft die Parteien dazu auf, sich bezüglich der folgenden bildungspolitischen Forderungen im Landtagswahlkampf entsprechend zu positionieren und die folgenden Punkte in den Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen.
 

Arbeitsbedingungen von Gymnasiallehrkräften am Gymnasium und an der Integrierten Gesamtschule
 

  • deutliche Reduzierung der Klassenmesszahlen an den weiterführenden Schulen in allen Jahrgangsstufen
     
  • kein verkürztes 13. Schuljahr mehr, sondern Rückkehr zum Abitur im Sommer auch an G9 und IGS und damit verbunden die Abschaffung der Vorhaltestunde
     
  • Rückkehr zu 23 Stunden Gymnasiallehrerdeputat
     
  • zusätzliche Entlastungsstunden für außergewöhnliche Belastungen, zum Beispiel Klassenleitung, Sammlungsleitung, besondere Belastungen im schriftlichen und mündlichen Abitur durch die neue Prüfungsordnung etc.
     
  • Altersermäßigung von 1, 2 bzw. 3 Stunden wieder ab 55, 60 bzw. 63 Jahren
     
  • mehr Planstellen und Unterrichtsversorgung von mindestens 105 %
     
  • Besoldung/Beihilfe: A 14 als Einstiegsgehalt für Gymnasiallehrkräfte, Anpassung an die Besoldungstabelle des Bundes, Abschaffung der Kostendämpfungspauschale
     

Schulsystem
 

  • klares Bekenntnis zum gegliederten Schulsystem mit unterschiedlichen Schularten für unterschiedliche Begabungen von Schülerinnen und Schülern
     
  • kein weiterer Ausbau von Oberstufen an Integrierten Gesamtschulen und Realschulen plus / keine zusätzliche Schaffung von teuren Überkapazitäten
     
  • Beibehaltung des Fachlehrerprinzips und Unterricht durch ausgebildete Gymnasiallehrkräfte am Gymnasium und in den entsprechenden Klassen und Kursen an Integrierten Gesamtschulen
     
  • Unterstützung der Grundschulen bei der Fokussierung auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen, insbesondere Erlernen sowohl von Druck- als auch von Schreibschrift und korrekter Rechtschreibung (kein Schreiben nach Gehör)
     
  • Sprachförderung schon im Vorschulalter
     

Abkehr von den Verschlechterungen der Lehrerausbildung für das gymnasiale Lehramt der letzten Jahre
 

  • Rückkehr zu regulären 24 Monaten Gymnasialreferendariat (mit insgesamt 9 Jahrgangsstufen ist die Altersspanne an Gymnasien größer als an jeder anderen Schulart)
     
  • Verzicht auf eigenständigen Unterricht im ersten Halbjahr
     

Digitalisierung
 

  • eine Vollzeitstelle zur Wartung der digitalen Systeme pro Gymnasium und Integrierter Gesamtschule
     
  • technische Ausstattung der Schulen und der Kolleginnen und Kollegen mit entsprechender Infrastruktur und leistungsfähigen Geräten
     

Corona: Gesundheitsschutz für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien
 

  • Möglichkeit zu früheren Impfungen
     
  • Bereitstellung von wirksamen Schutzmasken
     
  • bei der Planung von Unterricht in Pandemiezeiten durch das Ministerium: Berücksichtigung der offiziellen Hygiene- und Abstandsregeln des Robert-Koch-Instituts